Der Baader Meinhof-Komplex
Erstellt: 24.03.09
Der Film hat mich tief beeindruckt, es ist wirklich krass wie realitätsnah und packend der Stoff aufbereitet wurde.
Die Geschichte beginnt mit dem Besuch des Schah in Berlin im Jahr 1967 und der brutalen Niederschlagung einer Studentendemonstration bei der ein Student von einem Polizeibeamten erschossen wird. Auf diesem Ereigniss aufbauend kann man in den folgenden 2 1/2 Stunden miterleben wie sich, ausgelöst durch einige Anführer wie Andreas Baader oder Ulrike Meinhof, die RAF gründet und mit ihren blutigen und gewalttätigen Anschlägen ein ganzes Land terrorisiert, bis hin zur finalen Entführung und Hinrichtung des damaligen deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer im Jahr 1977.
Mir persönlich hat die Erzählstruktur sehr gut gefallen. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Drama, Biografie und Dokumentation. Nacheinander werden alle wichtigen Ereignisse der RAF bzw. der dagegen ankämpfenden Behörden dargestellt. Zwischendurch immer wieder angereichert durch diverses Archivmaterial, z.B. Ausschnitte aus der Tagesschau und anderen Nachrichtenformaten. Viele Charaktere tauchen auf und verschwinden auch genau so schnell wieder ohne näher erläutert zu werden.
Ausserdem hat mich das großartige Staraufgebot überrascht. Nahezu die ganze deutschsprachige Schauspielelite ist im Film zu sehen, u.a. Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Bruno Ganz, Jan Josef Liefers, Alexandra Maria Lara, Heino Ferch, Nadja Uhl, Katharina Wackernagel, Jasmin Tabatabei und Tom Schilling, um nur einige zu nennen. Jeder von ihnen spielt unglaublich intensiv und ich kann keinen nennen, dem ich seine Rolle nicht 100%-ig abgenommen habe.
Überrascht war ich auch von dem recht hohen Gewaltgrad. Die blutige Niederschlagung der Studenten, Bombenanschläge, Kopfschüsse und andere blutige Einschüsse, alles ist sehr drastisch und realitätsnah dargestellt. Für eine FSK 12-Freigabe wird einiges geboten und ich persönlich hätte dem Film eine FSK 16 Freigabe erteilt, insbesondere wenn man bedenkt, dass Kinofilme mit einer FSK 12-Freigabe bereits von Kindern ab 6 Jahren gesehen werden dürfen, wenn ein Erziehungsberechtigter dabei ist.
Als Fazit kann ich nur sagen, schaut euch den Film an!!! Es lohnt sich für jeden der sich auch nur ein wenig für Geschichte bzw. Politik interessiert. In meinen Augen ein absolutes Meisterwerk und gleichzeitig großartig aufgearbeitete Geschichte die zu keiner Sekunde langweilig wird.
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